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Serie

Neukirchener Turnverein
Die Anfänge der Turnbewegung
(red.) Die Anfänge der Turnbewegung gehen auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Friedrich Ludwig Jahn (1778 1852), eröffnete 1811 in der Hasenheide in Berlin einen Turnplatz. Auf diese Weise wollte Turnvater Jahn durch die Verbreitung der Turnkunst zur inneren Erneuerung Preußens beitragen.


Ein wahrhaft heroischer Gedanke, zu dessen Realisierung ihm mit dem Turnpädagogen Ernst Eiselen und Karl Friedrich Friesen engagierte Mitstreiter zur Seite standen. Friesen war eifrigster Gehilfe beim Bau des ersten Turnplatzes, Eiselen gründete beseelt vom Jahnschen Gedankengut 1832 in Berlin die erste Mädchenturnanstalt.
Das war zu einer Zeit, als das Turnen nur illegal ausgeübt werden konnte. Die liberalen Ideen und staatlichen Einheitsbestrebungen der Turner hatten 1819 zum Verbot der noch jungen Bewegung geführt. Ab 1842 wurde das Turnen, inzwischen auf das Geräteturnen erweitert, offiziell in die Schulerziehung integriert, wobei Spieß das Turnen durch eine starre Systematisierung eingeengt und Freiübungen, Ordnungsübungen und Gemeinschaftsturnen eingeführt wurden.
Älteste Turngemeinschaften in der Bundesrepublik sind die Hamburger Turnerschaft von 1816 und der ein Jahr später aus der Taufe gehobene Mainzer Turnverein. Das älteste bestehende Turnfest ist das seit 1844 stattfindende Feldbergturnfest im Taunus. 1860 wurde die Deutsche Turnerschaft gegründet.
Und 26 Jahre darauf nahm die Jahnsche Bewegung auch in Bergisch Neukirchen organisierte Formen an. Der Turnverein Bergisch Neukirchen wurde 1886 ins Leben gerufen.

„Männerherrschaft” währte fast 90 Jahre

Mehr Verantwortung für die Frauen! Nahezu 90 Jahre lang konnten sich die Jünger von Turnvater Jahn als erfolgreiche Kapitäne bewähren und das Vereinsschiff um alle Klippen steuern. Dann kam Erna Häusler. Als sie sich 1973 der Wahl zum Vereinsvorsitzenden stellte, hoben sich im Kreise der Mitgliedschaft auch viele Männerhände zum Votum. Und die einzige Frau, die, dem traditionellen Verständnis gemäß, den Männern zugedachte Aufgaben als Vereinsboß übernahm, stand zwei Jahre lang „ihren Mann“, ebenso wie die insgesamt 13 Männer, die davor und danach erste Repräsentanten des Turnvereins waren. Unter ihnen hatten Reinhold Zander (1903 1919) und dessen Nachfolger Friedrich Erf (1919 1934) den längsten Atem, Walter Klingelhöfer drängte es gleich zweimal und insgesamt 18 Jahre in die vorderste Front.