Wir für Bergisch Neukirchen

08.07.2012, 22.35 Uhr

Stellungnahme zum RP-Artikel 'CDU kritisiert Supermarkt-Gegner'
Bürgerinformation
(pm) Hier können Sie den Artikel der Rheinischen Post lesen: CDU kritisiert Supermarkt-Gegner



Liebe Bergisch Neukirchnerinnen,
liebe Bergisch Neukirchner,

bevor wir auf die Behauptungen im vorgenannten Artikel eingehen, gestatten Sie uns in eigener Sache eine Anmerkung:

Die Bürgerinitiative "Wir für Bergisch - Neukirchen" wird weiterhin mit großem Engagement dafür Sorge tragen, dass unser Ortsteil mittels weiter gehender und wirklich ernst gemeinter Bürgerbeteiligungen behutsam erneuert wird. Eine rein investorengesteuerte, zudem überdimensionierte und grünzugzerstörende Bebauung lehnen wir ab. Stattdessen fordern wir eine „Stadtplanung, die zu uns passt“ und die von der Mehrheit der Bürger unseres noch liebenswerten Ortsraumes getragen wird. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie bereits jetzt auf unsere nächste Veranstaltung hinweisen: Wir werden im September eine sogenannte "Ideenwerkstatt für Bergisch Neukirchen" veranstalten. Hier können die Einwohner von Bergisch Neukirchen ihre Ideen zu Gestaltung unseres Gemeinwesens einschließlich des Siefens einbringen. Wir sind davon überzeugt, dass die Ziele eines vielfältigen, maßstäblichen, ländlich und grün geprägten Bergisch Neukirchens umgesetzt werden können. Wir sind von daher nicht angetreten um etwas zu verhindern, sondern - im Gegenteil - um die Zukunft unseres Wohn- und Lebensraumes sorgsam und gut durchdacht zu gestalten. Dies auch in Hinblick auf die Bedürfnisse künftiger Generationen.

Nun zur Stellungnahme:

Damit Sie sich umfassend informieren können, haben wir Ihnen den vollständigen vorgenannten Artikel als Kopie beigefügt. Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass wir unmittelbar nach Veröffentlichung des Artikels eine Stellungnahme in Form eines Leserbriefes an die Rheinische Post geschickt haben. Dieser wurde jedoch nicht veröffentlicht. Daher werden wir auf diesem Weg zu den Aussagen Stellung nehmen:

"Die Bergisch Neukirchener und Pattscheider wollten sehr wohl einen größeren Supermarkt an der Wuppertalstraße"

Grundsätzlich wird es immer Befürworter und Gegner eine Baumaßnahme geben. Allerdings vermittelt der Artikel den Eindruck, es handle sich bei den Befürwortern um die Mehrheit der Bergisch Neukirchener. Bereits weit mehr als 1.000 Bergisch Neukirchener und auch Pattscheider haben sich mit Ihrer Unterschrift gegen den geplanten Supermarkt ausgesprochen und obwohl die Listen schon geraume Zeit ausliegen, erklären auch heute immer noch Bürger durch eine Unterzeichnung ihre Ablehnung. Eine entsprechende Befürworterliste hingegen liegt auch bis dato nicht vor.

"Die Bürgerinitiative, die sich gegen die Ansiedlung eines neuen, größeren Edeka-Marktes gegenüber dem bisherigen Standort wende, arbeite nicht mit seriösen Argumenten und vertrete nicht die Interessen der Bürger"
Die Behauptung, die Bürgerinitiative „arbeite nicht mit seriösen Argumenten“, ist als eine Pauschalfloskel einzustufen, die zudem an keiner Stelle begründet wurde. Offensichtlich soll sie dazu dienen, die eigenen nicht seriösen Vorgehensweisen stattdessen auf andere zu projizieren und in dieser Hinsicht die Bürgerinitiative zu diskreditieren. Im Gegensatz zur Politik und Verwaltung haben wir stets das offene Gespräch gesucht und auch immer wieder angeboten. Wir haben Bürgerversammlungen durchgeführt, mit Fakten und Zahlen untermauertes Informationsmaterial erstellt und auf eigene Kosten an die Bürger von Bergisch Neukirchen verteilt.
Hierauf haben wir von der Politik keine entsprechende Rückmeldung erhalten. Obwohl zwischen der Politik, Verwaltung und Investoren auf der einen Seite und der Bürgerinitiative auf der anderen Seite ein offener Informationsaustausch über bevorstehende Maßnahmen besprochen wurde, sind uns weitere Informationen bis heute nicht zur Verfügung gestellt worden. Auch ist keinesfalls sicher, dass ein größerer Supermarkt von dem Unternehmen Edeka betrieben würde. Bislang verwendet die Verwaltung lediglich den Begriff "Vollsortimenter". Dies schließt ein, dass sich dort auch ein anderer Discounter ansiedeln könnte.
- bitte wenden -
Die angebliche Notwendigkeit des großen Supermarktes wurde bislang mit dem mangelnden Angebot und unzureichenden Service des bestehenden Marktes begründet.
Hierzu ist festzustellen: Nach dem Nahversorgungskonzept von 2006 (vor Errichtung des Aldi-Marktes) wurde die Einzelhandels-Versorgungssituation in Bergisch Neukirchen als für gut befunden. Wir haben diesbezüglich eine weitere Informationsbroschüre erstellt, aus der das Angebot an Einzelhandelsgeschäften in Bergisch Neukirchen und Pattscheid ersehen werden kann. Viele werden überrascht sein, welche vielfältigen Angebote, Möglichkeiten oder Potenziale in den schon bestehenden Gebäuden und Bauflächen vorhanden sind. Die Broschüre werden wir in Kürze verteilen.

Die Unzufriedenheit mit dem Service und dem Angebot des bestehenden Marktes ist verständlich. Letztlich trägt hierfür aber der Betreiber die Verantwortung. Auch ein größerer Supermarkt würde bei schlechtem Management kaum auf mehr Akzeptanz stoßen. Von daher sollten die Ressourcen dahingehend verwendet werden, den bestehenden Markt zu modernisieren und dabei auch das Umfeld und die Freianlagen attraktiver zu gestalten. Geht man diesen Weg hingegen nicht, so kann mit Sicherheit eines prognostiziert werden: dass der geplante Supermarkt zu einer Verdrängung des vorhandenen kleinteiligen Einzelhandels mit einhergehenden Leerständen von Geschäften und damit zu einer Verödung anderer Ortsbereiche führen wird.

"Weg müsse jedenfalls der Schandfleck gegenüber dem heutigen Edeka".

Zunächst ist festzustellen, dass für den Zustand eines Grundstücks grundsätzlich der Eigentümer zuständig ist. Im hier vorliegenden Fall ist dies auch der Investor. So erscheint es nicht zufällig, dass gerade in diesem Bereich durch unterlassende Pflegemaßnahmen offensichtlich bewusst eine Vernachlässigung des Erscheinungsbildes forciert wird, um eine negative Wahrnehmung in der Bevölkerung zu erzielen. Wir haben im Rahmen unserer Bürgerinformationen bereits mehrfach dargestellt, welche Chancen der Bereich als kleines Naherholungsgebiet für alle Menschen Bergisch Neukirchens, als Treffpunkt im Grünen und für naturnahe Entwicklungen bieten würde. Anzumerken ist, dass diese Maßnahmen im Vergleich mit weit geringerem Aufwand realisierbar sind.

Des Weiteren stellen wir fest: Der aufgrund seiner Zuordnung innerhalb des Grünzuges auch planungsrechtlich unzulässige Standort des Supermarkt-Vorhabens würde die Chancen einer positiven Ortskernerneuerung vollständig zunichte machen. Dies deshalb, weil das Vorhaben zu einer vollständigen Bebauung des gesamten Grünzuges führt. Ursächlich wären in diesem Fall die dann neu anwendbaren Innenbereichs-Bestimmungen des Baugesetzbuches. Von daher wären die Folgewirkungen nicht nur auf eine unmittelbare Überbauung von 5.000 qm naturnahen Flächen durch den Supermarkt selber beschränkt. Sie zögen zudem auch noch den mittelbaren Verlust von mindestens 20.000 bis 40.000 qm Grünzugfläche durch neue Folgebebauungen nach sich. Das ist der 4- bis 8fache Flächenumfang des eigentlichen Supermarkt-Grundstückes. Damit ginge das dort noch erlebbare Orts- und Landschaftsbild vollständig verloren; würde sich Bergisch Neukirchen entlang des ehemaligen Grünzuges zu einem gesichts- und gliederungslosen Bebauungsgemisch entwickeln.

Es stellt sich uns die Frage, wer an einer solchen Negativentwicklung Interesse haben kann? Durch eine Umwandlung der bisherigen Landwirtschaftsflächen in Bauland und die Umsetzung von möglichst viel Baumasse gelangen einige Akteure schnell zu relativ leicht verdientem Geld: Die Grundstückseigentümer - dazu gehören in diesem Fall auch die Stadt Leverkusen und der Investor -, Planungsbüros, einige der bauausführenden Unternehmen und vielleicht auch noch andere Nichtbenannte .

Dabei gibt es zu den Vollbebauungen gute sozial-, orts- und landschaftsverträgliche Alternativen. Längst überfällige Aufgaben sind stattdessen: Die Modernisierung und Neugestaltung des jetzigen Edekas einschließlich der Außenflächen anzugehen, die Straßen- und Wegeräume entlang der Wuppertalstraße und der Burscheider Straße barriereärmer und fußgängerfreundlicher zu strukturieren, sowie den bislang abgeriegelten Grünzug (Siefen) für alle Gruppen der Bevölkerung überhaupt erst zugänglich, vielfältiger nutzbar und gestalterisch neu erlebbar zu machen. Sollte dann noch weiterer Einzelhandel gewünscht werden, so könnte dieser auch auf dem alten Gärtnerei-Grundstück Zeidler an der Burscheider Straße eingebunden werden.
Als bedingende Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen erachten wir es allerdings als sinnvoll, zunächst eine umfassende Orts- und Freiraum-Erneuerungsplanung in die Wege zu leiten. Das ist ein planerisches Instrument, welches die wichtigsten räumlichen, sozialen und ökonomischen Aspekte im Blick hat, deutlich auf Erhaltung und behutsame Erneuerung ausgerichtet ist, und vor allen Dingen auf einer fundierten Bürgermitwirkung aufbaut.

Warum also sorgen sich unsere politischen und administrativen Vertreter nicht um Alternativlösungen, die zu uns und Bergisch Neukirchen passen?
Und warum wird hier eine wirkliche Bürgermitwirkung bislang blockiert?

Wir werden Sie auch weiterhin informieren und freuen uns über Ihre Unterstützung und Anregungen für den Erhalt und die Verbesserung unseres Ortsteils.

Kommentare lesen Neuen Kommentar schreiben

Bisherige Kommentare

30.10.2012, 17:45 Uhr - Florian S.
Sehr bedauerlich, dass die Umfrage hier auf der Homepage (Braucht Bergisch Neukirchen einen neuen Supermarkt? Wie würden Sie entscheiden?) in den letzten Tagen und Wochen massiv manipuliert wurde.

Ich glaube kaum, dass innerhalb von einem auf den anderen Tag hundert Teilnehmer gegen den Supermarkt gestimmt haben.

Am 29.10.2012 waren es 679 Stimmen und am 30.10.2012 auf einmal 777 Stimmen. Bis vor wenigen Wochen lag der Punkt "kein Supermarkt" auch noch deutlich hinten. Wenn ich mich recht erinnere ca 33% zu ca. 45%...

Auch wenn einem die Wahrheit nicht gefällt - man sollte so fair sein und die Auswertung nicht manipulieren.

Freundliche Grüße,
Florian Steckel
12.09.2012, 23:17 Uhr - BergischNeukirchenerin
Ich finde die Ideen der Bürgerinitiative sehr gut und bin auch der Meinung, dass diese von einem Großteil der Bürger aus Berg. Neukirchen unterstützt werden. Vor allem von Eltern. Ein größerer Supermarkt würde für unseren Ortsteil auch mehr Verkehr bedeuten und den haben wir wirklich schon genug! Ich finde auch, dass die Infrastruktur hier vollkommen ausreichend ist, sonst hätte man ja auch gleich nach Opladen oder Wiesdorf ziehen können! Wir wohnen doch hier, weil es hier noch beschaulich und grün ist - ein wenig dörflich halt! Da brauch ich doch nicht noch mehr Infrastruktur. Es gibt hier genug Supermärkte und Bauernläden, die unterstützt werden sollten! Der Edeka in der Pommernstraße ist ja auch nicht weit entfernt. Man sollte aufhören mit diesem Bauwahn!!! Es sollte lieber bestehendes saniert werden, die Grünflächen sollten erhalten werden und der Naherholung dienen!!!
24.07.2012, 15:48 Uhr - Herr Paul Meier
Hallo,

ich persönlich bin ein Befürworter der Umbaumaßnahmen. Bergisch Neukirchen ist in der letzten Zeit stark gewachsen nicht jedoch dessen Infrastruktur. Die hinkt meiner Meinung nach, wegen den bremsenden Gegnern stark hinterher. Schade nur, dass die Mehrheit der Bewohner, die für den Fortschritt in Bergisch Neukirchen sind, nicht gehört werden. Nur die, die am lautesten schreien werden "gehört". Haben denn diese Personen nichts sinnvolleres zu tun? Evtl. an den neu geschaffenen Arbeitsplätzen arbeiten gehen?
09.07.2012, 21:12 Uhr - Florian S.
Zitat: "(...)Hier können die Einwohner von Bergisch Neukirchen ihre Ideen zu Gestaltung unseres Gemeinwesens einschließlich des Siefens einbringen (...) sowie den bislang abgeriegelten Grünzug (Siefen) für alle Gruppen der Bevölkerung überhaupt erst zugänglich, vielfältiger nutzbar und gestalterisch neu erlebbar zu machen."

Hochinteressant!

Der Siefen wird zum Gemeinwesen erklärt wird und soll allen Gruppen der Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Hat man in der Bürgerinitiative schon einmal daran gedacht, dass der Siefen de facto aus Privatgrundstücken besteht und die Eigentümer möglicherweise kein Interesse daran haben könnten diese dem Gemeinwesen unentgeltlich zu überlassen.

Wenn die Ideen der Bürgerinitative in Bezug auf den Siefen realisiert werden wollen, sollte man vielleicht mal mit der Klingelbeutel durch die Gemeinde gehen...

 

Fotos zum Artikel

Bilder anklicken zum Vergrößern

Weitere aktuelle Artikel

4. Hüscheider Garagentrödel
Samstag, den 24.09.2016 findet von 10.00 – 17.00 Uhr
lesen

Restaurant Fachwerk Neueröffnung
24., 25. und 26. September 2015
lesen

Bergisches Reisebüro zieht um

lesen

Mitgliederversammlung am 23. April 2015
Presse-Information
lesen