Die Balkantrasse

15.08.2011, 21.28 Uhr

Die „Bergetappe" schlauchte
Gelungene Aktion des Fördervereins Balkantrasse
(cj) Rund 120 Teilnehmer demonstrierten am vergangenen Wochenende bei einer Fahrradtour durch Opladen und über die Burscheiderstraße Richtung Haus Kuckenberg für den Umbau der Balkantrasse in einen Radweg. Die Veranstalter - der Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse und der ADFC - freuten sich über so viel Zuspruch.


Bild: Uwe Miserius
Bei der Tour de France wäre das sicher nicht als Bergetappe durchgegangen, auch wenn sich einige Teilnehmer der samstäglichen Fahrrad-„Demo" auf einer solchen wähnten. Denn der Anstieg vom Kreisel an der Rennbaumstraße in Opladen über Bergisch Neukirchen und Pattscheid bis nach Kuckenberg kommt zwar nicht im entferntesten an die mörderisch steilen Serpentinen von Alpe d'Huez heran, aber was einen auf der Burscheiderstraße zermürben kann, ist die Stetigkeit der Steigung.

Ganz schön ins Schwitzen gekommen

Na ja, alle der rund 120 Radlerinnen und Radler erreichten dennoch wohlbehalten das Etappenziel. „Manch einer ist aber mächtig ins Schwitzen gekommen", sagte Jürgen Wasse vom Verein der Förderer und Freunde der Balkantrasse, der den Fahrradkorso der besonderen Art gemeinsam mit dem ADFC Leverkusen organisiert hatte.

Und die sportliche Anstrengung gehörte durchaus zu den beabsichtigten „Lernzielen" der Aktion. Denn wer einmal selber - im wahrsten Sinne des Wortes - erfahren hat, wie viel Puste die Burscheiderstraße kostet, der weiß die Vorteile einer sanft ansteigenden, zum Radweg umgebauten Bahntrasse doppelt zu schätzen. Zum einen lässt es sich dort müheloser fahren, zum anderen auch deutlich sicherer. Denn die Burscheiderstraße, immerhin viel befahrene Landesstraße, hat keinen Radweg.

Mit ihrer Fahrrad-Demo, die am Naturgut Ophoven startete und dann durch die Opladener Innenstadt führte, bevor es auf die Burscheiderstraße ging, wollten die Teilnehmer auf diese beiden Punkte aufmerksam machen. Und natürlich Werbung in eigener Sache machen. Das Ziel des von der Polizei begleiteten Korsos war mit Bedacht gewählt: Haus Kuckenberg ist der vorläufige Endpunkt des Burscheider Teilstücks des Radwegs, der bereits im April kommenden Jahres in Betrieb genommen werden soll.

Auf der rund zehn Kilometer langen Strecke sorgte das erstaunlich große Peleton für einiges Aufsehen. Viele der Teilnehmer trugen T-Shirts mit dem Logo des Fördervereins („Die sanfte Tour in die Natur"), vorneweg radelte jemand mit einem Plakat, auf dem schlicht „Ja zur Balkantrasse" stand, und auch akustisch war die Gruppe durch eifrigen Gebrauch der Klingeln nicht zu überhören. Die Autoschlangen, die sich im Laufe der Strecke hinter dem Korso bildeten, durften an zwei Haltepunkten in Bergisch Neukirchen und am Pattscheider Bahnhof vorbeiziehen.

Die nächsten Schritte

Bei der abschließenden Stärkung im Haus Kuckenberg wurde natürlich auch über den derzeitigen Stand der Dinge diskutiert. Wie geht's nun in Leverkusen weiter? Welche Schritte sind die nächsten?

Jürgen Wasse: „Nachdem die Bahn das Leverkusener Teilstück in die Hände der BahnFlächen Entwicklungs-Gesellschaft übergeben hat, muss nun die Stadt Leverkusen den Grunderwerb abwickeln. Dazu muss die Verwaltung eine Vorlage erstellen. Das Ganze bedarf dann noch der Zustimmung des Rates."
Die Stadt gehe dabei keinerlei Risiko ein, weil in allen Verträgen Rückzugsklauseln eingebaut seien. „Sie bekommt vielmehr zu Nulltarif eine wertvollen Radweg, der nicht nur gut für das Image der Stadt ist, sondern auch im Sinne der Wirtschaftsförderung viel bewegen kann", so Wasse.

Der Rückhalt in der Bevölkerung, das habe auch der Fahrradkorso wieder gezeigt, sei extrem hoch. Nun also ist die Stadt Leverkusen am Zug. Der Antrag auf Fördermittel beim Land NRW muss bis Mitte nächsten Jahres gestellt sein. Ein bisschen drängt die Zeit also schon. Bis dahin wird der Förderverein in seinen Anstrengungen für das Projekt Radweg sicher nicht nachlassen. Und wenn's der Sache dient, auch wieder fleißig in die Pedale treten.

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