Die Balkantrasse

24.06.2011, 12.59 Uhr

Der Knoten ist geplatzt
(red.) Der Knoten ist geplatzt, ein Durchbruch geschafft – eine weitere wichtige Hürde konnte genommen werden: Die Deutsche Bahn machte den Weg frei, damit die ehemalige Bahnlinie 411 – die so genannte „Balkantrasse“ zwischen Opladen und Remscheid-Lennep - auch auf Leverkusener Stadtgebiet zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut werden kann. Die weitere Entwicklung und Vermarktung des Trassenbandes wurde an die Essener BEG (Bahnflächenentwicklungsgesellschaft) übertragen – der entscheidende Lückenschluss auf dem knapp sechs Kilometer langen Teilstück rückt damit ein großes Stück näher.


Infostand des Fördervereins beim Neustadtfest, der durchweg von interessierten Bürgern dicht umlagert war.
Die jüngste Entwicklung bezeichnete Christof Maisenhälder, Projektleiter bei der BEG und ebenso für das Burscheider Teilstück der Balkantrasse zuständig, als „einen Meilenstein für das Projekt“. Die „fantastische Neuigkeit“, so Heinz Boden, Vorsitzender des ADFC, war kurz vor Redaktionsschluss des Rad-Anzeiger bekannt geworden, und sie war zugleich „der schönste Lohn für unsere bisherige Arbeit“, wie Karl-Friedrich Weber, Rechtsanwalt aus Opladen und Vorsitzender des Fördervereins Balkantrasse Leverkusen e.V., es formulierte.

Konkret bedeutet die Übertragung der Verwertungsrechte von der DB an die BEG, dass nun die Essener Projektentwickler alle erforderlichen Untersuchungen und Gutachten in Auftrag geben können – und dies auch „unverzüglich tun werden“, so Maisenhälder. Ein erstes Gespräch mit den zuständigen Fachleuten bei der Stadt und Vertretern des Fördervereins hat bereits stattgefunden, bei dem das weitere Vorgehen abgestimmt wurde. Immerhin ist die Kommune, auch wenn sie sich wegen des Nothaushalts nicht in der Lage sieht, ihren Finanzierungsanteil zu leisten, sozusagen „natürlicher“ Vertragspartner: Alle (Förder-)Anträge und Verträge müssen ihre Unterschrift tragen.

Zunächst aber geht die BEG in Vorleistung: Auf rund 30.000.- Euro schätzt Maisenhälder die Kosten für die notwendigen Vorplanungen, Untersuchungen und Gutachten sowie die exakte Kalkulation. Dieses Geld steuert die BEG aus eigenem Etat bei, eine finanzielle Beteiligung der Stadt ist an dieser Stelle nicht erforderlich. Dass das Vorhaben aus welchem Grund auch immer noch scheitern könnte, damit rechnet der Projektleiter nicht. Er verweist auf die Erfahrungen der BEG, die landesweit bereits einige Dutzend solcher Projekte gefördert hat, die bereits realisiert sind bzw. sich aktuell in Bau befinden - insgesamt rund 165 Kilometer neue Radwege auf stillgelegten Bahnstrecken.
Mittlerweile hat die BEG erste Gutachten bereits in Auftrag gegeben.

Nach wie vor ist das Leverkusener Vorhaben durch ein Alleinstellungsmerkmal gekennzeichnet: Nur hier hat ein privater Förderverein die Aufgabe übernommen, den städtischen Eigenanteil beizubringen. In diesem Zusammenhang bezeichnete Maisenhälder die Anstrengungen des Vereins als „ein wesentliches Erfolgskriterium für die Stadt Leverkusen“. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Stadt und die BEG denn auch die Arbeit des Vereins sehr begrüßt und zugesagt, dessen Vorstand in „alle wesentlichen Projektschritte“ mit einzubinden.

Den Aktiven des Vereins ist - bei aller Freude über die jüngste Entwicklung – auch klar, dass nun die eigentliche Arbeit erst beginnt. Über 400.000.- Euro müssen an Spenden gesammelt oder über Sach- und Werkleistungen nachgewiesen werden. Das entspricht dem Anteil der Stadt (25 Prozent der Gesamtkosten von etwa 1,7 Millionen Euro), was wiederum Voraussetzung ist, dass das Land die restlichen 75 Prozent (rund 1,3 Millionen Euro) übernimmt.

Doch auch an diesem Punkt zeigen sich der Vereinsvorsitzende und dessen Mitstreiter zuversichtlich. Allein der Zuspruch und die Unterstützung in der Bevölkerung sei „ganz enorm“, freut sich Weber - nicht ohne Hinweis darauf, das noch große Anstrengungen unternommen werden müssen, um das Geld zusammen zu bekommen. „Deshalb sind wir jetzt ganz wesentlich auf die Mitwirkung und Unterstützung der Leverkusener Bürger und der Wirtschaft angewiesen.“

Mittlerweile unterstützen bereits annähernd 900 Mitglieder den Förderverein, der erst vor gut einem Jahr auf Initiative des ADFC Leverkusen gegründet wurde und somit seinen „Mutterverein“ – gemessen an der Mitgliederzahl – schon jetzt bei weitem überholt hat.

 

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Informationen

Wie wichtig gerade der Lückenschluss des Rad- und Wanderweges Balkantrasse in Leverkusen ist, zeigte sich auch an der jüngst besiegelten Kooperation zum neuartigen Radwegeverbund „Panorama-Radwege“. Bei der Unterzeichnung dieser Vereinbarung, an der auch der Parlamentarische Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, Horst Becker, teilnahm, wurde die Balkantrasse ausdrücklich als wichtiges Bindeglied im Verbund von Radwegen zwischen Rhein und Ruhr bis ins nördliche Rheinland-Pfalz hervorgehoben.
Weitere Informationen: www.bergische-agentur.de

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