Wir für Bergisch Neukirchen

23.11.2012, 08.40 Uhr

Wir für Bergisch Neukirchen
(pm) Offener Brief und Stellungnahme zum Zeitungsartikel in der Rheinischen Post vom 27.10.2012 „Bergisch Neukirchen braucht Edeka“


Sehr geehrte Damen und Herren,

weit über 1.100 Bürger von Bergisch Neukirchen und Pattscheid haben sich mit ihrer Unterschriften eindeutig gegen die Bebauung des Siefen ausgesprochen. Leider wird diese Anzahl an Stimmen von der Politik weitestgehend ignoriert, obwohl die stärkste Partei in Bergisch Neukirchen, die CDU, gerade einmal 1.090 Stimmen bei der Kommunalwahl 2009 bekommen hat. Auch nach der Online - Umfrage der Rheinischen Post vom 27.10.2012 sprechen sich über 50 % gegen einen Neubau aus.

Es ist schon erschreckend mit welcher Ignoranz die gute Nahversorgung in Bergisch Neukirchen permanent von der Politik geleugnet wird. Mangels besserer Argumente werden darüber hinaus Ängste geschürt: „Der Supermarkt wird in naher Zukunft schließen" so das Ratsmitglied der CDU, Herr Omankowsky, der sich auch gerne als „Retter der Nahversorgung in Berg. Neukirchen" sieht. Leider hält er es aber nicht für nötig, Vorschläge seitens der Bürgerinitiative zu diskutieren, oder zur Kenntnis zu nehmen, dass es potentielle Nachfolger für einen erneuerten, modernisierten Supermarkt gibt, falls der Edeka schließen sollte, was jedoch bisher nur auf Behauptungen der Investoren beruht.

Herr Omankowsky glaubt, dass der Widerstand der Bebauung von "Hinzugezogenen" ausgehe, wohl wissend, dass die meisten Mitglieder der Bürgerinitiative Zeit Ihres Lebens Bürger von Bergisch Neukirchen und Pattscheid sind. Falls es Herr Omankowsky wirklich ernst meint mit der Nahversorgung, besonders auch für Ältere und weniger mobile Menschen, dann müsste er sich vor allem für den Erhalt bzw. die Modernisierung eines kleineren Marktes einsetzen, der durch Kundennähe auf die Bedürfnisse des Einzelnen noch eingeht (z.B. mit Lieferservice). Ergänzend dazu müsste er sich auch für einen kleineren Lebensmitteleinzelhändler in Pattscheid engagieren. Dies wäre wirkliche Nahversorgung.

Denn Nahversorgung bedeutet nicht ein riesiger Supermarkt mit überdimensionierten Parkplätzen und großem Einzugsgebiet, sondern die Möglichkeit fußläufig in einem begrenzten Radius einkaufen zu können (so auch das Nahversorgungskonzept der Stadt Leverkusen).

Es stellt sich die Frage, ob es hier wirklich um die Nahversorgung geht, oder doch einzig und allein um ein Gebäude-Investment, erneut verbunden mit Landschaftszerstörung und Flächenfraß.

Der Konsens zwischen kleinteiligen Einzelhandel und gut sortiertem Lebensmittelhandel wäre zukunftsweisend. Wir sind uns sicher, dass dies auch von allen Bürgern in Bergisch Neukirchen und in Pattscheid erwünscht ist. Alternativvorschläge für einen kleinteiligen Supermarkt in Pattscheid liegen vor.

Es stellt sich für uns auch die Frage: Wo sind eigentlich „Die Grünen“ in Leverkusen? Eine Partei, die sich in unserer Kommune in zentraler politischer Verantwortung befindet und die bei der damaligen Diskussion um den Flächennutzungsplan mit dem „Erhalt“ von Grünflächen für sich warb! Sie beteiligt sich überhaupt nicht mehr an dieser Diskussion, obwohl sie mithin auch mit diesem Thema in Bergisch Neukirchen und Pattscheid ein seinerzeit überdurchschnittlich hohes Wahlergebnis erzielte. Ein Wahlergebnis, welches die Hoffnung vieler Bürger zum Erhalt von Natur und Landschaft zum Ausdruck brachte. Es wäre schön, wenn die kommunalen Politiker der Grünen weiterhin zu ihren zugesagten Zielen stünden und sich wieder aktiv in die Diskussion einbringen würden.

Wir, die Bürgerinitiative "Wir für Bergisch-Neukirchen - Initiative vor eine Stadtplanung, die zu uns passt“ hat sich nie gegen eine Erweiterung des Lebensmitteleinzelhandels in Bergisch Neukirchen ausgesprochen. Einzig und allein die Bebauung des Siefen und den damit verbundenen Flächenfraß sowie die weitere extensive Landschaftszerstörung werden wir nicht akzeptieren.
Wir sind nicht der Meinung, dass es Aufgabe der Kommunalpolitik ist Investoreninteressen zu forcieren, sondern eigenständige und zukunftsweisende Ideen bzw. städteplanerische Konzepte im Interesse der Bürger zu entwickeln; selbstverständlich unter ernst gemeinter Mitwirkung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephanie Salge für die Bürgerinitiative:
"Wir für Bergisch Neukirchen - Initiative für eine Stadtplanung, die zu uns passt".

 

Fotos zum Artikel

Bilder anklicken zum Vergrößern

Weitere aktuelle Artikel

4. Hüscheider Garagentrödel
Samstag, den 24.09.2016 findet von 10.00 – 17.00 Uhr
lesen

Restaurant Fachwerk Neueröffnung
24., 25. und 26. September 2015
lesen

Bergisches Reisebüro zieht um

lesen

Mitgliederversammlung am 23. April 2015
Presse-Information
lesen