Aktuelles

27.08.2012, 14.35 Uhr

Neukirchener Feuerwehrmann ist Vizeweltmeister
WM im Sicherheits- und Geschicklichkeitsfahren in Sun City/Südafrika
(red.) Jens Marmann – Feuerwehrmann des Löschzugs 17 Bergisch Neukirchen - hat den 2. Platz bei der WM im LKW-Geschicklichkeitsfahren erreicht. Lesen Sie den Bericht von einer spannenden und erfolgreichen Reise nach Südafrika.


HFM Jens Marmann
Tag 1
Die spannende Reise ins Unbekannte startete um 17:13 Uhr. Mit dem Zug ging es zum Hbf Köln wo ich in den ICE nach Frankfurt umsteigen muss. Pünktlich um 18:19 Uhr setzte sich der ICE mit Ziel Frankfurt in Bewegung. Um 19:36 Uhr erreichte ich den ICE-Bahnhof am Flughafen Frankfurt. Kaum angekommen traf ich auch schon auf den ersten Mitstreiter der deutschen Nationalmannschaft. Gemeinsam ging es zur Bewältigung der ersten kleinen Hürden. Bordkarten abholen, dann weiter zur Gepäckabgabe. Jetzt musste noch das Hungergefühl gestillt werden. Also suchten wir ein ansprechendes Speiselokal mit luxuriösem Ambiente auf: McDonalds, in dem wir dann auf weitere Teammitglieder unserer Mannschaft stießen. Mit dem mittlerweile auf neun Personen angestiegenen Tross marschierten wir zur Passkontrolle, welche ohne Probleme von statten ging, danach ab zur Ticket-, Personen- und Handgepäckkontrolle. Hier wurde so mancher vom Metalldetektor auf kleine versteckte Dinge aufmerksam gemacht, welche sich bei der anschließenden Leibesvisite (die längste dauerte fast fünf Minuten) als harmlos herausstellten. Nach diesem kleinen Schreck für die einen und Spaß für die anderen landeten wir in der Abfertigungshalle, wo wir aufs Boarding warten mussten. Hier sahen wir ihn endlich! Hinter Glas stand unser A 380-800 der Lufthansa, der gerade zum Abflug fertig gemacht wurde. Jeder zückte sofort Handy und Kamera und so mancher hatte schnell ein Dutzend Bilder gemacht. Pünktlich um 21:30 Uhr begann das Boarding. Alles verlief reibungslos und schnell hatte jeder seinen Platz eingenommen. Der Flieger setzte sich wie geplant um 22:15 Uhr in Bewegung und gegen 22:35 Uhr hob er dann endlich ab. Ein bewegender Moment. Als wir nach kurzer Zeit unsere Flughöhe von 10 000 m und eine Geschwindigkeit von rund 900 km/h erreicht hatten, startete das Servicepersonal mit der Verpflegung. Getränke aller Art und eine kleine Auswahl von Speisen wurden gereicht. Nach dem Verzehr und vielen Gesprächen kehrte allmählich Ruhe ins Flugzeug ein. Die einen schauten sich Filme an, andere hörten Musik oder lasen Zeitung.

Tag 2
Nach kaum Schlaf – es war definitiv zu wenig Platz – erreichten wir gegen 08:30 Uhr Johannesburg. Hier lief alles zügig. Passkontrolle, Koffer holen und erst einmal das Nötigste shoppen (Zigaretten zum Spottpreis). Am Ausgang wurden wir von einem sehr freundlichen Mitarbeiter der UICR in Empfang genommen und zu einem bereitstehenden Reisebus geführt. Hier trafen wir auf die ersten Teilnehmer der Nationalmannschaften aus Belgien und der Schweiz. Nachdem unser Busfahrer uns in regelmäßigen Abständen erklärt hatte, in 10 Minuten ginge es los (zwei Schweizer waren verloren gegangen), starteten wir nach gut einer Stunde unter Polizeischutz in Richtung Sun City. Die rund 150 km führten vorbei an Straßenhändlern, vielen verbrannten Flächen, jede Menge Townships – es ist schon teilweise erschreckend wie hier viele Menschen leben müssen – aber auch vorbei an schön neu errichteten Bungalow-Anlagen. Als wir um 13:40 Uhr endlich unser Hotel erreichten, waren alle froh. Nach dem Beziehen unserer Zimmer (hier kam es umgehend zum ersten Diebstahl – während des Auspackens diverser Koffer und Taschen bemerkten die zwei Zimmerbewohner, dass sich irgendetwas ins Zimmer geschlichen hatte. Als sie sich umdrehten, erkannten sie einen Affen, der durch die geöffnete Terrassentür hereingekommen war und sich einer kurz zuvor geöffneten Erdnusspackung bediente. Fluchtartig verließ dieser, als er sich ertappt fühlte, mit seiner Beute das Zimmer und der erste Schreck war vorbei), trafen wir uns zur ersten Teambesprechung um diverse offene Fragen und Abläufe zu klären. Da die Organisation der UICR offensichtlich nicht ganz geklappt hatte, machten wir uns per Shuttlebus zum „Welcome-Center“ auf. Hier durchstreiften wir erst einmal das Casino und die Spielhallen (über 1 000 m²) und suchten uns danach einen gemütlichen Burgerladen. Gegen halb acht ging es zurück ins Hotel. Kurze Besprechung der Anzugsordnung und Ablauf des folgenden Tages; danach teilte sich die Mannschaft auf. Die einen auf einen Absacker zurück ins Casino, der Rest ins Bett (ich ging natürlich aufs Zimmer, schließlich galt es ja noch Theorie zu pauken). Um 23:00 Uhr war dann Feierabend.

Tag 3
Heute war unser erster „Arbeitstag“. Geplant war alles anders, aber schließlich sind wir ja in Südafrika. Unsere Wecker rissen uns um 06:30 Uhr aus dem Schlaf – schließlich gab es ab 07:00 Uhr Frühstück – und um 09:00 Uhr sollte Abfahrt zur Registrierung der Teilnehmer sein.
Noch nicht ganz aus dem Zimmer raus, bekamen wir die Ansage, dass um 08:00 Uhr schon Abfahrt zum Trainingscamp sei. Für unser Zimmer kein Problem – schließlich waren wir ja früh genug -, aber so mancher musste noch geweckt werden. Nach dem Frühstück, was wirklich klasse war, ging es dann mit dem Bus zur Registrierung und zum Sehtest der einzelnen Teilnehmer. Danach ging es weiter zum ca. 15 km entfernten Fahrschul-Trainingsplatz, auf dem dann für jede Startklasse ein Fahrzeug bereit stand. Nach ca. einer Stunde Wartezeit durften wir nach den Holländern und den Teilnehmern aus Botswana endlich unser Fahrzeug für eine ¾ Stunde (eine Viertelstunde mehr als die anderen, weil wir als einzige Nation mit vier Fahrern starten durften – schließlich stellten wir den amtierenden Weltmeister in unserer Klasse) nutzen. Die Fahrzeuge waren dann leider doch nicht neu, sondern ca. zwei bis vier Jahre alt; die Spiegel eine Katastrophe, Rammbügel am Fahrzeug – womit man auch einen Elefanten vor sich her schieben könnte –, also alles, was man auf den Turnieren der letzten Jahre so gelernt hatte, konnte man vergessen. Außerdem waren keine realistischen Hindernisse vorhanden; also improvisieren. Aus Taschen wurden Zielscheiben, aus Steinen Dominos, irgendwelche Linien zur Spurgasse oder Rückwärtskontakten umfunktioniert. Im Großen und Ganzen hat es nicht viel gebracht. Naja, so durften wir dann noch ca. 1 ½ Stunden auf unsere Rückfahrt warten. Danach ging es zurück zum Hotel. Aber nur kurz, denn schließlich stand Safari auf dem Programm. Also wieder in den Bus, ab zum Treffpunkt, fünf von den an der WM teilnehmenden Nationen auf vier abenteuerliche Gefährte aufgeteilt, und los ging’s. Im nahe gelegenen Reservat begaben wir uns in einen Teil des 55 000 ha großen Areals auf Wildtiersuche. Wir waren auch erfolgreich: neben Springböcken, Wasserbüffeln, Nashörnern, Hyänen, Giraffen, Gnus, Impalas und Zebras, trafen wir auf eine Gruppe Löwenweibchen, die in unmittelbarer Nähe unseres Weges eine Giraffe am verspeisen waren. Da es recht früh, ca. 18:30 Uhr, dunkel wurde und außerdem sehr kalt war, ca. 3-5 C°, ging es gegen 19:00 Uhr wieder in Richtung Hotel. Nach einem gemütlichen Abendessen, dem wiederholten Besuch des Casinos, ein paar kalten Erfrischungen (passend zu den Temperaturen), führte uns der Weg wieder zurück ins Hotel.

Nicht zu vergessen war das leichte Schneerieseln (in Johannesburg waren es laut Medienberichten dicke Flocken. Dies ist trotz 1 900 Höhenmetern hier absolut unüblich.).

Tag 4
Heute war bis auf die Ökofahrt einer unserer Teilnehmer und der offiziellen Eröffnungszeremonie ab 17:00 Uhr für uns frei. Also Zeit das Terrain zu erkunden, und Theorie lernen ist auch angesagt. Erst einmal wurde ausgeschlafen. Um 09:00 Uhr klingelte der Wecker, 09:30 Uhr Frühstück, dann runter zum Turnierplatz – mal schauen, ob die ersten Hindernisse schon aufgebaut waren. Viel war aber noch nicht zu sehen. Dann per Taxi zum Welcome-Center, sich über angebotenen Attraktionen zu informieren. Spontan entschieden sich Jens und Ralf, für eine 2-stündige Segwaytour. Nach einer kurzen Einweisung ging es mit dem Tourguide ab ins Gelände. Hier gab es Warzenschweine, diverse Vogelarten, Krokodile und die Überreste eines gerissenen Springbocks zu sehen.
Resumé: Schade für die anderen, die nicht mit waren.
Danach ging es aufs Zimmer – Theorie pauken: Ladungssicherung, Erste Hilfe, und die Verkehrsregeln von Südafrika standen auf dem Programm. Um 16:00 Uhr hieß es dann die Abendgarderobe anlegen. Schließlich fuhr der Bus um 17:00 Uhr zur Eröffnungsfeier. Nach langer Wartezeit startete dann gegen 19:00 Uhr das Abendprogramm. Wir durften als dritte Mannschaft in die große, festlich geschmückte, mit Wand- und Deckengemälde verzierte Bankettehalle einmarschieren. Nach einer kurzen Begrüßung auf der Bühne durften wir im Saal Platz nehmen. Nachdem die anderen Nationen alle vorgestellt wurden, begannen unzählige Reden von diversen südafrikanischen Ministern, UICR-Mitarbeitern, Organisatoren usw. Gegen 20:40 Uhr wurde dann endlich das Buffet eröffnet. Nach dem Essen und einem kurzen Plausch mit diversen Mitstreitern fuhren wir gegen 22:00 Uhr zurück ins Hotel. Jetzt hieß es erst einmal Parcoursbesprechung. Aufgrund katastrophaler Übersetzungen wurde erst einmal diskutiert, wie die Aufgaben zu lösen seien. Da nicht alle Fragen geklärt werden konnten, brachen wir gegen 22:30 Uhr ab, vertagten offene Fragen auf den morgigen Tag und gingen auf die Zimmer.

Tag 5
Um 06:30 Uhr war Aufstehen, 07:00 Uhr Frühstück und um 07:45 Uhr fuhr uns der Bus dann zum Prüfungsplatz. Hier begann das Chaos. Wir mussten bis gegen 10:00 Uhr waren, dann wurde unsere Gruppe auseinandergerissen. Die ersten drei, zu denen auch ich gehörte, durften zur Theorie ins Welcome-Center – also UICR-Mitarbeiter geschnappt, ab in den Bus und los. Nach einer weiteren Wartezeit durften wir dann beginnen. 30 Fragen aus Erster Hilfe, örtlichen Verkehrsregeln, Ladungssicherung, Brandbekämpfung und Fahrzeugtechnik mussten in 30 Minuten gelöst werden. Danach ging es wieder zum Gelände. Hier war für uns erneut Warten angesagt. Nach ca. 30 Minuten wurde mit der ganzen Gruppe der Alkoholtest absolviert. Die zweite Gruppe, aus 10 Personen, durfte, nach einer weiteren halben Stunde, zur Theorie, und wir drei nach weiteren 20 Minuten zur Ladungssicherung und Abfahrtskontrolle. Nach und nach rückten auch die Anderen an. Die dritte Gruppe absolvierte den Theorietest zwei Mal, da die Technik zwischenzeitlich versagt hatte und sie den Test in Papierform neu machen mussten. Irgendwann durften die ersten dann auch endlich starten. Wir saßen weiter dumm rum. Gegen 15:30 Uhr konnte dann auch endlich unsere Klasse loslegen. Nach durchwachsenem Ergebnis für den einen oder anderen aufgrund der vorgegebenen Fahrzeugtechnik (die sehr gewöhnungsbedürftig war – und das lag nicht nur an den Rechtslenkern) beendeten wir unsere Fahrprüfung. Bis zur Dunkelheit gegen 17:30 Uhr waren alle bis auf unsere Sattelzugfahrer (aufgrund schlechter Organisation und Bevorzugung anderer Teams) durch. Die drei durften dann am nächsten Tag um 08:00 Uhr am Platz sein, und hoffen, dass sie baldmöglichst drankommen. Um 18:30 Uhr waren wir im Hotel und um 19:00 Uhr war Abfahrt zum Essen und gemütlichen Abend (hier wurde sich noch einmal richtig über die Organisation aufgeregt).

Tag 6
Heute begann unser Tag etwas später. Um 08:30 Uhr war Aufstehen, 09:00 Uhr Frühstück und gegen 10:00 Uhr fuhren wir mit dem Shuttleservice zum Parcoursplatz um zu sehen, wie unsere drei Teammitglieder ihre Aufgaben meisterten. Gegen 13:00 Uhr ging es zurück ins Hotel. Da das Wetter heute hervorragend und die Temperaturen sehr angenehm waren, versammelte sich die komplette Mannschaft am Pool. Aufgrund der Tatsache, dass die Wassertemperatur nur ca. 16 C° betrug, trauten sich nur wenige hinein. Der Rest genoss die wärmende Sonne. Um 15:30 Uhr war das Faulenzen vorbei. Schließlich war um 16:00 Uhr ein Fototermin für die Mannschaftsbilder angesetzt. Also ab auf die Zimmer, duschen, umziehen und ab zurück in den Garten. Nach einer knappen Stunde waren alle Bilder im Kasten, einschließlich Bilder der japanischen Reisegruppe, die alle fleißig ihre Kamera zückten. Um 17:40 Uhr stand der Bus bereit, um uns zum Galaabend zu bringen. Hier hatte man sich richtig Mühe gegeben. Ein prächtig dekorierter Saal, ein tolles Buffet und klasse Unterhaltung wurden geboten. Nach etlichen Reden von diversen hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft begann gegen 22:00 Uhr die Siegerehrung, aus der die deutsche Mannschaft mit guten Einzelwertungen und diversen Vizeweltmeistertiteln in verschiedenen Mannschaftswertungen und als Vizeweltmeister in der Nationenwertung hervorgingen. Ich belegte in meiner Klasse den 2. Platz also Vizeweltmeister. Gegen 23:30 Uhr war die Veranstaltung vorbei. Die komplette Mannschaft machte sich auf ins Casino, um den erfolgreichen Abschluss des Turnieres zu feiern. Im Zuge des Feierns wurde der Satz „Segway fahren hilft“ geboren welcher sich auf meine Platzierung bezieht da die anderen Teammitglieder zu der Zeit den Parcour inspiziert haben. Die Letzten schafften es dann auch gegen 04:30 Uhr im Bett zu liegen.

Tag 7 (letzter Tag)
Die Nacht war leider sehr kurz. Gegen 07:00 Uhr war Aufstehen, Duschen und Kofferpacken angesagt. Um 08:00 Uhr das letzte Frühstück auf dem schwarzen Kontinent und Abfahrt zum Flughafen gegen 09:30 Uhr. Da wir schon um 12:00 Uhr am Flughafen waren, hatten wir sehr viel Zeit. Nach der Kofferaufgabe und einem gemeinsamen Mittagessen teilte sich die Mannschaft auf und machte den Flughafen unsicher, um sich dann zum gemeinsamen Einchecken gegen 17:30 Uhr wieder zusammenzufinden. Mit ein wenig Wehmut bestiegen wir um 18:15 Uhr den Flieger, der pünktlich um 18:50 Uhr abhob. Die Zeit bis Frankfurt nutzte jeder individuell. Die einen schauten Filme, andere lasen Zeitung, weitere hielten das Servicepersonal auf Trab oder verschliefen den ganzen Flug (man beachte die kurze Nacht davor). Als wir um 06:00 Uhr landeten, holten wir noch gemeinsam die Koffer dann trennten sich erst einmal unsere Wege.

Aber es ist ja nicht für lange Zeit. Schließlich findet am ersten Septemberwochenende der Kampf um die deutsche Meisterschaft statt. Dafür haben alle Teilnehmer der diesjährigen Nationalmannschaft ein Ziel: Titel holen, damit die gleiche Mannschaft (die erfolgreichste aller Zeiten) den nächsten Kampf um den WM-Titel 2014 in Polen wieder gemeinsam bestreiten können.

Fazit: Tolle Tour, tolle Menschen, erfolgreich heimgekehrt!

Die Mannschaft des Löschzugs 17 gratuliert herzlich!

 

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